Die Vitrektomie ist eine Operation, bei der der Glaskörper des Auges entfernt wird. Sie wird bei verschiedenen Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen eingesetzt. Dadurch können Trübungen, Blutungen oder Zugkräfte beseitigt werden. Das Auge wird danach meist mit Gas oder Flüssigkeit stabilisiert. Die Sehkraft erholt sich je nach Ausgangslage über Wochen bis Monate.
Wann eine Vitrektomie notwendig wird
Der Glaskörper ist ein durchsichtiges Gel, das das Auge ausfüllt. Er erfüllt beim erwachsenen Menschen keine unverzichtbare Funktion mehr. Er kann deshalb entfernt und durch eine klare Flüssigkeit oder ein Tamponademittel ersetzt werden. Nötig wird das, wenn er selbst trüb geworden ist oder wenn er an der Netzhaut zieht:
- Netzhautablösung: die Netzhaut wird von innen wieder angelegt und der Riss gesichert
- Glaskörperblutung: etwa bei diabetischer Retinopathie, wenn sich das Blut nicht von selbst auflöst
- Makulaforamen: ein Loch in der Netzhautmitte, das durch Zug entstanden ist
- Epiretinale Gliose: ein feines Häutchen auf der Makula, das das Zentrum verzieht
- Schwere Entzündungen im Augeninnern und die Gewinnung von Proben zur Erregerbestimmung
- Ausgeprägte Glaskörpertrübungen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen, hier wird die Indikation zurückhaltend gestellt
Wie der Eingriff abläuft
Über drei winzige Zugänge in der Augenwand werden Lichtquelle, Spülung und ein feines Schneidgerät eingeführt. Der Glaskörper wird abgesaugt, anschliessend behandelt der Operateur die eigentliche Ursache: Membranen werden abgezogen, Risse gelasert, Blut entfernt. Zum Schluss wird das Auge mit Flüssigkeit, Gas oder Silikonöl gefüllt. Die Zugänge sind heute so fein, dass sie meist ohne Naht abheilen. Der Eingriff dauert je nach Befund 30 bis 90 Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Durchgeführt wird er in einem spezialisierten netzhautchirurgischen Zentrum; Abklärung, Zuweisung und Nachkontrollen übernehmen wir in Worb und Konolfingen.
Die Zeit nach der Operation
Wurde eine Gastamponade eingesetzt, ist die Sicht zunächst stark eingeschränkt. Sie sehen die Blase als dunkle Kante, die langsam nach unten wandert und über zwei bis acht Wochen resorbiert wird. Häufig ist in dieser Zeit eine bestimmte Kopfhaltung nötig, damit das Gas an der richtigen Stelle andrückt. Solange Gas im Auge ist, sind Flugreisen und Bergfahrten in grosse Höhen verboten, weil sich die Blase ausdehnt und den Augendruck gefährlich steigen lässt. Silikonöl erlaubt sofort besseres Sehen, muss aber in einem zweiten Eingriff wieder entfernt werden. Bekannt ist zudem: Bei Menschen mit noch eigener Linse trübt diese nach einer Vitrektomie häufig innerhalb von ein bis zwei Jahren ein, sodass später eine Kataraktoperation folgt.
