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Katarakt (Grauer Star)

Wenn die Augenlinse eintrübt und alles matter wird: Die Operation schafft klare Sicht

Der Katarakt ist eine Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Dadurch wird das Sehen zunehmend verschwommen und kontrastarm. Häufig treten auch Blendempfindlichkeit und Probleme beim Nachtsehen auf. Die Ursache ist meist das Alter, kann aber auch andere Auslöser haben. Behandelt wird der Katarakt durch eine Operation mit Einsetzen einer künstlichen Linse.

Ursachen der Linsentrübung

Die Augenlinse besteht aus dicht gepackten Eiweissen, die sie glasklar halten. Mit den Jahren verändern sich diese Eiweisse, lagern sich zusammen und streuen das Licht statt es zu bündeln. Dieser Vorgang ist ein normaler Alterungsprozess. Ab etwa 60 Jahren zeigen die meisten Menschen erste Veränderungen, ab 75 sind fast alle betroffen. Beschleunigt wird er durch:

  • Diabetes mellitus, häufig mit früherem Beginn und rascherem Verlauf
  • Langjährige UV-Belastung ohne Sonnenschutz
  • Rauchen und längere Kortisonbehandlung
  • Augenverletzungen, Augenoperationen und wiederholte Entzündungen im Augeninnern
  • Hohe Kurzsichtigkeit
  • Selten angeboren oder in jungen Jahren auftretend

Diagnose in unserer Praxis

An der Spaltlampe lässt sich Art und Ausmass der Trübung genau beurteilen. Ebenso wichtig ist die Untersuchung des Augenhintergrunds: Nur wenn Netzhaut und Sehnerv gesund sind, lässt sich nach der Operation eine gute Sehschärfe erwarten. Bestehen zusätzlich eine AMD oder ein Glaukom, besprechen wir das offen, damit Ihre Erwartungen an das Ergebnis realistisch sind. Steht eine Operation an, werden Augenlänge und Hornhautkrümmung vermessen, um die Stärke der Kunstlinse zu berechnen.

Die Operation

Die Kataraktoperation ist der häufigste Eingriff der Medizin und in der Schweiz gut etabliert. Über einen wenige Millimeter kleinen Schnitt wird der Linsenkern mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt; die hintere Kapsel bleibt erhalten und nimmt die neue Kunstlinse auf. Der Eingriff dauert meist 15 bis 30 Minuten, erfolgt ambulant und in der Regel in Tropfanaesthesie. Sie bleiben wach, spüren aber keinen Schmerz. Operiert wird pro Termin ein Auge, das zweite folgt nach einigen Wochen. Die Operation selbst erfolgt in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Zentrum; die Abklärung, die Indikationsstellung und die Nachkontrollen übernehmen wir in Worb und Konolfingen.

Welche Kunstlinse passt zu Ihnen

  • Monofokallinse: eine feste Brennweite, meist auf die Ferne eingestellt, zum Lesen ist eine Brille nötig. Sie liefert sehr gute Kontraste und wird von der Grundversicherung übernommen
  • Torische Linse: gleicht zusätzlich eine Hornhautverkrümmung aus
  • Multifokale oder EDoF-Linsen: ermöglichen Sehen in mehreren Distanzen und damit weitgehende Brillenunabhängigkeit, können aber Halos und geringere Kontraste verursachen

Sonderlinsen gelten als Komfortleistung: Die Grundversicherung trägt den Anteil der Standardlinse, die Differenz zahlen Sie selbst. Lassen Sie sich die Kosten vorgängig schriftlich aufschlüsseln.

Nach der Operation

Die Sicht bessert sich meist innerhalb weniger Tage. Für etwa vier Wochen werden entzündungshemmende Tropfen angewendet; in dieser Zeit sollten Sie Reiben, Schwimmbad, Sauna und schweres Heben vermeiden. Die endgültige Brille wird nach etwa vier bis sechs Wochen angepasst, wenn sich die Werte stabilisiert haben. Wir kontrollieren den Heilungsverlauf an beiden Standorten. Trübt sich Monate oder Jahre später die verbliebene Linsenkapsel ein, spricht man vom Nachstar. Er lässt sich mit dem YAG-Laser in wenigen Minuten beheben.

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Häufig gestellte Fragen

Symptome

  • Sehen wie durch einen Schleier

    Wie durch eine beschlagene Scheibe, langsam zunehmend

  • Starke Blendung

    Durch Gegenlicht, Scheinwerfer und Sonne, oft das erste störende Zeichen

  • Ausgewaschene Farben

    Alles wirkt gelbstichig

  • Nachtfahrten

    Sie werden unangenehm oder unmöglich

  • Häufige Brillenwechsel

    Die Werte verändern sich immer wieder

  • Besseres Lesen ohne Brille

    Ein täuschendes Zwischenstadium

Wann Sie zum Augenarzt sollten

Ein Termin ist sinnvoll, sobald Blendung, unscharfes Sehen oder Unsicherheit beim Autofahren Sie im Alltag einschränken. Sie müssen nicht warten, bis der Star „reif“ ist. Dieser Grundsatz stammt aus einer Zeit ganz anderer Operationsverfahren. Sofort melden sollten Sie sich nach einer Operation bei zunehmenden Schmerzen, deutlicher Rötung oder plötzlicher Sehverschlechterung.

Bitte beachten Sie, dass Symptome und Sehstörungen ausschliesslich im Rahmen einer persönlichen Konsultation in der Praxis richtig beurteilt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Die obligatorische Grundversicherung übernimmt bei medizinischer Indikation den Eingriff samt Untersuchungen, Nachkontrollen und Standardlinse, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Aufpreispflichtig sind nur Sonderlinsen und Zusatzleistungen.

Die Linse selbst nicht, sie ist entfernt. Bei einem Teil der Operierten trübt sich jedoch die verbliebene Kapsel ein. Dieser Nachstar lässt sich in wenigen Minuten mit dem YAG-Laser beheben.

Mit einer Standardlinse brauchen Sie in der Regel weiterhin eine Lesebrille. Sonderlinsen können die Brillenabhängigkeit deutlich reduzieren, garantieren aber keine völlige Brillenfreiheit.

Die meisten sehen bereits am Folgetag deutlich besser. Leichte Tätigkeiten sind rasch wieder möglich, körperliche Schonung gilt für etwa zwei Wochen. Ob und ab wann Sie Auto fahren dürfen, klären wir bei der Nachkontrolle.

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Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

In Worb und Konolfingen empfangen wir Sie mit einem freundlichen Team, kurzen Wartezeiten und einer sorgfältigen Abklärung all Ihrer Anliegen rund ums Auge. Ob Routinekontrolle, Sehschwäche oder komplexe Augenerkrankung – bei uns sind Sie in besten Händen.
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