Makulaerkrankungen betreffen die zentrale Netzhaut, die für scharfes Sehen verantwortlich ist. Dadurch kommt es zu verschwommenem oder verzerrtem Sehen. Häufige Formen sind die altersbedingte Makuladegeneration oder Flüssigkeitsansammlungen. Das periphere Sehen bleibt meist erhalten. Die Behandlung hängt von der Ursache ab und reicht von Medikamenten bis zu Injektionen ins Auge.
Was die Makula leistet
Die Makula ist ein nur etwa fünf Millimeter grosser Bereich im Zentrum der Netzhaut, in dem die Sehzellen am dichtesten stehen. Sie liefert alles, was Schärfe verlangt: Lesen, Gesichter erkennen, Farben unterscheiden, Autofahren. Die übrige Netzhaut sorgt für Orientierung und Bewegungswahrnehmung, kann aber keine Details auflösen. Deshalb ist bei Makulaerkrankungen genau das betroffen, was im Alltag am meisten zählt, während die äussere Orientierung erhalten bleibt.
Häufige Formen
- Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): die häufigste Ursache für schweren Sehverlust im Alter, mit trockener und feuchter Verlaufsform
- Diabetisches Makulaödem: Flüssigkeitseinlagerung als Folge diabetischer Gefässveränderungen
- Makulaödem nach Gefässverschluss: Schwellung nach einem Verschluss einer Netzhautvene
- Epiretinale Gliose: eine feine Häutchenbildung auf der Makula, die das Zentrum verzieht
- Makulaforamen: ein Loch in der Netzhautmitte, meist durch Zug des Glaskörpers
- CRCS: Flüssigkeit unter der Netzhaut, typischerweise bei jüngeren Erwachsenen
Diagnose in unserer Praxis
Nach der Sehschärfenprüfung untersuchen wir die Makula in erweiterter Pupille. Der Amsler-Gitter-Test macht Verzerrungen sichtbar und eignet sich auch für die Selbstkontrolle zu Hause. Zentral ist die optische Kohärenztomografie (OCT): Diese berührungsfreie Schichtaufnahme zeigt die Netzhautschichten im Mikrometerbereich und macht Flüssigkeit, Schwellungen, Häutchen oder Löcher sichtbar, lange bevor sie sonst erkennbar wären. Sie ist zugleich das wichtigste Instrument, um den Verlauf und das Ansprechen einer Therapie zu beurteilen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Schwellungen und Gefässneubildungen sind Medikamenteninjektionen in den Glaskörper heute der Standard; sie werden in festen Abständen gegeben und laufend mit dem OCT kontrolliert. Bei Häutchenbildung oder einem Makulaloch kommt eine Vitrektomie infrage. Manche Formen, etwa die CRCS, werden zunächst beobachtet, weil sie oft von selbst abheilen. Bei der trockenen AMD stehen Verlaufskontrolle, Risikofaktoren und vergrössernde Sehhilfen im Vordergrund.
