Die Uveitis ist eine Entzündung im Inneren des Auges. Sie kann durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder unbekannte Ursachen entstehen. Typische Symptome sind Schmerzen, Rötung und verschwommenes Sehen. Die Erkrankung kann schubweise verlaufen und unterschiedliche Augenbereiche betreffen. Die Behandlung besteht meist aus entzündungshemmenden Medikamenten und je nach Ursache weiterer Therapie.
Formen nach betroffenem Augenabschnitt
Die Uvea ist die mittlere, stark durchblutete Augenhaut aus Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut. Je nachdem, welcher Abschnitt entzündet ist, unterscheiden sich Beschwerden und Verlauf deutlich:
- Uveitis anterior: die häufigste Form, mit Schmerzen, Rötung um die Hornhaut und starker Lichtscheu, sie meldet sich deutlich
- Uveitis intermedia: schleichend, vor allem mit Schwebeteilchen und diffusem Verschwommensehen
- Uveitis posterior: betrifft Aderhaut und Netzhaut, oft schmerzlos, aber mit deutlicher Sehverschlechterung
- Panuveitis: alle Abschnitte gleichzeitig
Ursachen
Etwa die Hälfte der Fälle bleibt ohne nachweisbare Ursache. Bei der anderen Hälfte steht häufig eine Erkrankung des ganzen Körpers dahinter, und das Auge ist mitunter das erste Organ, das Beschwerden macht:
- Rheumatische und autoimmune Erkrankungen: Morbus Bechterew und andere HLA-B27-assoziierte Erkrankungen, kindliches Rheuma, Sarkoidose, Morbus Behçet, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Infektiöse Ursachen: Herpesviren, Toxoplasmose, Tuberkulose, Syphilis, Borreliose, siehe auch systemische Infektionen am Auge
- Nach Verletzungen oder Augenoperationen
Diese Unterscheidung ist keine akademische Frage: Eine autoimmune Uveitis wird mit Kortison gedämpft. Bei einer infektiösen Ursache könnte genau das den Erreger fördern und schweren Schaden anrichten.
Diagnose in unserer Praxis
An der Spaltlampe lässt sich die Entzündung direkt nachweisen: Zellen und Eiweiss in der Vorderkammer, Beschläge an der Hornhautrückfläche, Verklebungen zwischen Iris und Linse. Wir messen den Augeninnendruck, der bei einer Uveitis sowohl fallen als auch gefährlich ansteigen kann, und untersuchen den Augenhintergrund in erweiterter Pupille. Bei der ersten Episode einer leichten vorderen Uveitis ist eine ausgedehnte Suche nach der Ursache oft nicht nötig. Bei wiederkehrenden, beidseitigen oder hinteren Formen leiten wir eine gezielte Abklärung ein, meist gemeinsam mit Ihrer Hausarztpraxis oder der Rheumatologie, mit Blutuntersuchungen, Erregertests und je nach Verdacht bildgebenden Verfahren.
Behandlung
Bei der nicht-infektiösen Uveitis anterior sind kortisonhaltige Augentropfen die Basis, anfangs stundenweise und danach langsam ausschleichend. Zu rasches Absetzen führt häufig zum Rückfall. Ergänzend werden pupillenerweiternde Tropfen eingesetzt: Sie lösen den schmerzhaften Krampf und verhindern Verklebungen zwischen Iris und Linse. Schwere oder hintere Formen brauchen Kortison als Tablette oder Injektion, bei chronischem Verlauf auch immunmodulierende Medikamente in Zusammenarbeit mit der Rheumatologie. Liegt eine Infektion zugrunde, steht die gezielte Behandlung des Erregers im Vordergrund. Wichtig sind engmaschige Kontrollen, weil unter Kortison der Augeninnendruck steigen und über die Zeit ein Grauer Star entstehen kann.
