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Toxoplasmose

Wiederkehrende Netzhautentzündung durch einen Parasiten, Schübe früh behandeln

Die Toxoplasmose ist eine parasitäre Infektion der Netzhaut. Sie kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Typisch sind wiederkehrende Entzündungen im Auge. Symptome sind verschwommenes Sehen und dunkle Flecken. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Medikamenten gegen den Erreger.

Wie es zur Infektion kommt

Toxoplasma gondii ist ein weit verbreiteter Parasit und die häufigste Ursache einer Netzhautentzündung unter den systemischen Infektionen am Auge; ein erheblicher Teil der Bevölkerung trägt ihn in sich, ohne je Beschwerden zu haben. Übertragen wird er über rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch, ungewaschenes Gemüse, verunreinigtes Wasser sowie über Katzenkot. Katzen sind der Hauptwirt des Erregers. Bei der angeborenen Form hat sich die Mutter während der Schwangerschaft erstmals infiziert und der Erreger ist auf das Kind übergegangen; die Netzhautnarben sind dann oft schon bei Geburt vorhanden. Bei der erworbenen Form erfolgt die Ansteckung im Lauf des Lebens.

Entscheidend für das Verständnis der Erkrankung: Der Parasit verschwindet nicht, sondern überdauert in Zysten am Rand der Netzhautnarbe. Bricht eine solche Zyste auf, entsteht ein neuer Entzündungsherd, typischerweise direkt neben der alten Narbe. Genau das erklärt die wiederkehrenden Schübe.

Diagnose in unserer Praxis

Die Diagnose wird in erster Linie am Augenhintergrund gestellt: Ein frischer, weisslicher Entzündungsherd direkt am Rand einer alten pigmentierten Narbe ist so charakteristisch, dass er meist für sich spricht. Der Glaskörper darüber ist typischerweise eingetrübt. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper stützt die Diagnose vor allem im Ausschluss: Sind keine Antikörper nachweisbar, ist eine okuläre Toxoplasmose sehr unwahrscheinlich. Ein positiver Befund allein beweist dagegen nichts, da viele Menschen Antikörper tragen. In unklaren Fällen, etwa bei geschwächtem Immunsystem oder untypischem Bild, kann eine Probe aus dem Augeninnern mit Erregernachweis Klarheit schaffen.

Behandlung

Nicht jeder Schub muss behandelt werden: Kleine Herde weit ausserhalb der Netzhautmitte heilen bei gesundem Immunsystem oft von selbst ab. Behandelt wird, wenn der Herd nahe an Makula oder Sehnerv liegt, wenn die Entzündung ausgeprägt ist, wenn sie länger anhält oder wenn die Abwehr geschwächt ist. Eingesetzt werden Kombinationen gegen den Parasiten, klassisch Pyrimethamin mit Sulfadiazin und Folinsäure, alternativ andere Schemata mit vergleichbarer Wirkung und besserer Verträglichkeit. Ein entzündungshemmendes Kortisonpräparat wird bei Bedarf ergänzt, aber immer erst unter laufender Therapie gegen den Erreger und nie allein. In der Schwangerschaft gelten eigene Schemata. Die Medikamente bekämpfen die aktive Entzündung, können die ruhenden Zysten jedoch nicht beseitigen. Deshalb sind spätere Schübe möglich.

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Häufig gestellte Fragen

Symptome

  • Vermehrte Schwebeteilchen

    Oft als dichter Schleier oder Nebel beschrieben

  • Verschwommenes Sehen

    Meist nur an einem Auge

  • Dunkler Fleck

    Im Gesichtsfeld an der Stelle des Herdes

  • Rötung und Schmerz

    Bei Beteiligung des vorderen Augenabschnitts, wie bei einer Uveitis

  • Deutlicher Sehverlust

    Wenn der Herd an der Netzhautmitte oder am Sehnerv liegt

Wann Sie zum Augenarzt sollten

Rasch bei plötzlich vermehrten Schwebeteilchen, einem neuen Nebel oder Fleck im Sehen, besonders wenn bei Ihnen bereits eine okuläre Toxoplasmose bekannt ist. Je früher ein Schub behandelt wird, desto kleiner bleibt die zurückbleibende Narbe. Bei bekannter Erkrankung, geschwächtem Immunsystem oder in der Schwangerschaft sollten Sie sich bei jeder Veränderung umgehend melden.

Bitte beachten Sie, dass Symptome und Sehstörungen ausschliesslich im Rahmen einer persönlichen Konsultation in der Praxis richtig beurteilt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Wer den Erreger bereits in sich trägt, steckt sich nicht erneut an, die Schübe entstehen aus den bestehenden Zysten. Hygienemassnahmen beim Reinigen des Katzenklos bleiben sinnvoll, besonders in der Schwangerschaft.

Von Mensch zu Mensch nicht, mit Ausnahme der Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft.

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Betroffene erleben nie einen zweiten Schub, andere mehrere über die Jahre, häufiger in Phasen geschwächter Abwehr.

Liegt die Narbe ausserhalb der Netzhautmitte, bleibt das Sehen meist gut. Herde direkt an Makula oder Sehnerv können bleibende Einbussen hinterlassen. Deshalb zählt der frühe Behandlungsbeginn.

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