Die Augenärztliche Vorsorge dient der Früherkennung von Augenerkrankungen. Viele Krankheiten verursachen anfangs keine Symptome. Regelmässige Kontrollen helfen, Schäden früh zu verhindern. Untersucht werden Sehkraft, Augeninnendruck und Augenhintergrund. Für einen gesunden Erwachsenen ohne Beschwerden und ohne besondere Risikofaktoren wird häufig empfohlen, um das 40. Lebensjahr eine erste umfassende Augenuntersuchung durchführen zu lassen.
Warum augenärztliche Vorsorge so wichtig ist
Das Auge gleicht Schäden lange aus. Fällt auf einem Auge ein Teil des Gesichtsfelds aus, ergänzt das andere Auge die fehlende Information. Der Ausfall bleibt unbemerkt. Genau deshalb werden Erkrankungen wie das Glaukom (Grüner Star) oder diabetische Netzhautveränderungen häufig erst entdeckt, wenn bereits bleibender Schaden entstanden ist. Verlorene Sehnervenfasern oder abgestorbene Netzhautzellen lassen sich nicht zurückholen. Vorsorge ist damit keine Formalität, sondern der einzige Weg, solche Verläufe rechtzeitig zu stoppen.
Diese Untersuchungen gehören zur Vorsorge
Eine umfassende Vorsorgeuntersuchung dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten und umfasst mehrere aufeinander aufbauende Schritte:
- Sehschärfenprüfung: Bestimmung der Sehkraft in Ferne und Nähe, mit und ohne Korrektur
- Refraktionsbestimmung: objektive und subjektive Messung Ihrer Brillenwerte als Grundlage für ein Brillenrezept
- Augeninnendruckmessung (Tonometrie): zentraler Baustein der Glaukomfrüherkennung
- Spaltlampenuntersuchung: Beurteilung von Lidern, Bindehaut, Hornhaut, Linse und Vorderkammer
- Augenhintergrunduntersuchung: Kontrolle von Netzhaut, Makula und Sehnervenkopf, meist in erweiterter Pupille
- Ergänzende Diagnostik bei Bedarf: Gesichtsfeldmessung oder Schichtaufnahmen der Netzhaut (OCT)
Empfohlene Intervalle nach Alter und Risiko
Wie oft eine Kontrolle sinnvoll ist, hängt von Alter, Vorgeschichte und Risikofaktoren ab. Als Orientierung gilt:
- Kinder: erste Kontrolle bei Auffälligkeiten wie Schielen, Kopfschiefhaltung oder auffälligem Sehverhalten, denn hier entscheidet Früherkennung über die spätere Sehentwicklung
- 20 bis 40 Jahre: bei Beschwerdefreiheit meist anlassbezogen, bei Kurzsichtigkeit jedoch regelmässige Netzhautkontrollen
- Ab 40 Jahren: erste umfassende Untersuchung, danach in der Regel alle zwei bis drei Jahre
- Ab 60 Jahren: jährliche Kontrolle, da Glaukom, Katarakt und AMD deutlich häufiger werden
- Bei Diabetes: Kontrolle bereits ab Diagnosestellung, danach nach ärztlicher Empfehlung meist jährlich bis zweijährlich
Wer besonders von Vorsorge profitiert
Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn in Ihrer Familie ein Glaukom oder eine Makuladegeneration vorkommt, wenn Sie an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, stark kurzsichtig sind, rauchen oder über längere Zeit Kortison einnehmen. Auch nach Augenverletzungen und Augenoperationen sind regelmässige Kontrollen sinnvoll. Sprechen Sie solche Punkte bei der Anmeldung an. Wir richten Umfang und Intervall der Untersuchung danach aus.
Ablauf in unserer Praxis in Worb und Konolfingen
An beiden Standorten steht moderne Untersuchungstechnik zur Verfügung. Nach dem Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente folgen die Messungen, anschliessend die Untersuchung an der Spaltlampe und am Augenhintergrund. Zum Schluss besprechen wir die Befunde mit Ihnen und halten fest, wann die nächste Kontrolle sinnvoll ist. Planen Sie bitte ein, dass Sie nach einer Pupillenerweiterung für einige Stunden nicht fahrtüchtig sind.
