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CRCS (Chorioretinopathia centralis serosa)

Flüssigkeit unter der Netzhaut: oft heilt sie von selbst, der Verlauf entscheidet

Die CRCS ist eine Flüssigkeitsansammlung unter der zentralen Netzhaut. Dadurch kommt es zu verzerrtem oder verschwommenem Sehen. Oft tritt sie plötzlich auf und betrifft meist ein Auge. In vielen Fällen heilt sie spontan wieder ab. Bei Bedarf können Laser oder spezielle Therapien eingesetzt werden.

Ursachen und wer betroffen ist

Unter der Netzhaut liegt die Aderhaut, darunter das Pigmentepithel, das normalerweise als dichte Barriere wirkt und überschüssige Flüssigkeit abpumpt. Bei der CRCS wird diese Barriere undicht: Flüssigkeit tritt aus der Aderhaut durch und sammelt sich unter der Netzhautmitte, die sich dadurch blasenförmig abhebt. Typischerweise trifft es Männer zwischen 30 und 50 Jahren, also eine ganz andere Gruppe als bei den meisten Netzhauterkrankungen. Als begünstigend gelten:

  • Kortison in jeder Form: Tabletten, Sprays, Salben, Infiltrationen. Der wichtigste vermeidbare Faktor
  • Anhaltender Stress und ein hoher körpereigener Kortisolspiegel
  • Schlafmangel und Schlafapnoe
  • Bluthochdruck und bestimmte Persönlichkeitsmuster mit hoher Anspannung

Diagnose in unserer Praxis

Die optische Kohärenztomografie (OCT) sichert die Diagnose zuverlässig: Sie zeigt die Flüssigkeitsblase unter der Netzhaut direkt im Querschnitt und erlaubt es, ihre Höhe über die Zeit exakt zu vergleichen. Bei unklaren oder wiederkehrenden Verläufen kann eine Gefässdarstellung die undichte Stelle lokalisieren. Wichtig ist die Abgrenzung gegenüber der feuchten AMD. Beide verursachen Flüssigkeit an der Makula, brauchen aber ein grundverschiedenes Vorgehen. Das Alter der Betroffenen ist hier oft schon der erste Hinweis. Wir fragen zudem gezielt nach Kortison in jeder Anwendungsform, da dieser Zusammenhang häufig unbekannt ist.

Behandlung: zuerst abwarten

Bei der akuten Form heilt die Flüssigkeitsansammlung in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von drei bis vier Monaten von selbst ab. Deshalb wird zunächst kontrolliert beobachtet statt behandelt. Sinnvoll und wirksam ist in dieser Zeit, auslösende Faktoren auszuschalten: Kortison nach Rücksprache mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt absetzen oder ersetzen, Schlaf verbessern, Stressbelastung senken, eine Schlafapnoe abklären lassen. Bleibt die Flüssigkeit länger als drei bis vier Monate bestehen, kehrt sie wiederholt zurück oder ist das zweite Auge bereits geschädigt, kommen weitere Verfahren infrage, insbesondere die photodynamische Therapie in reduzierter Dosis oder eine gezielte Laserbehandlung der undichten Stelle. Anti-VEGF-Injektionen helfen nur, wenn zusätzlich Gefässneubildungen entstanden sind.

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Häufig gestellte Fragen

Symptome

  • Grauer Fleck in der Bildmitte

    Meist nur an einem Auge

  • Verbogene Linien

    Gerade Kanten erscheinen gekrümmt

  • Kleiner wirkende Gegenstände

    Auf dem betroffenen Auge erscheinen sie kleiner

  • Blassere Farben

    Oft mit einem Braun- oder Gelbstich

  • Verschobene Nahsicht

    Der Leseabstand stimmt plötzlich nicht mehr

Wann Sie zum Augenarzt sollten

Lassen Sie jede neue Verzerrung oder jeden neuen Fleck im Zentrum zeitnah abklären. Die Diagnose lässt sich nicht anhand der Beschwerden allein stellen. Auch wenn die CRCS häufig von selbst abheilt, entscheidet die Verlaufskontrolle darüber, wann der Zeitpunkt für eine Behandlung gekommen ist. Wiederholte oder anhaltende Episoden können bleibende Schäden hinterlassen.

Bitte beachten Sie, dass Symptome und Sehstörungen ausschliesslich im Rahmen einer persönlichen Konsultation in der Praxis richtig beurteilt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Bei etwa einem Drittel bis der Hälfte der Betroffenen tritt sie erneut auf, häufig in belastenden Lebensphasen. Werden die auslösenden Faktoren angegangen, sinkt das Risiko.

Stress allein verursacht die Erkrankung nicht, aber der damit verbundene erhöhte Kortisolspiegel gilt als wesentlicher Faktor. Denselben Mechanismus löst Kortison als Medikament aus.

Bitte nie eigenmächtig. Wir besprechen das gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Oft lässt sich auf ein anderes Präparat ausweichen.

Nach einer einmaligen, rasch abgeheilten Episode meist nicht. Bei langem Bestehen oder wiederholten Schüben können leichte Einbussen bei Sehschärfe, Kontrast und Farbwahrnehmung bleiben.

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