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Entropium

Wenn das Lid nach innen kippt und die Wimpern auf der Hornhaut reiben

Beim Entropium dreht sich das Lid nach innen. Dadurch reiben die Wimpern auf dem Auge. Dies führt zu Schmerzen, Rötung und Reizungen. Unbehandelt kann die Hornhaut geschädigt werden. Die Therapie besteht meist aus einer Operation.

Ursachen und Formen

Die Lidkante wird durch ein Gleichgewicht aus Muskelzug, Bändern und der stabilisierenden Lidplatte in Position gehalten. Gerät dieses aus der Balance, rollt sich das Lid nach innen:

  • Altersbedingt: die häufigste Form. Die Bänder erschlaffen, und der Lidschlussmuskel überrollt die Lidkante nach innen
  • Krampfbedingt: anhaltendes Zusammenkneifen bei Reizung oder Entzündung, daraus entsteht ein Teufelskreis, weil das eingerollte Lid wiederum reizt
  • Narbenbedingt: nach Verletzungen, Verätzungen oder chronischen Entzündungen der Lidinnenseite
  • Angeboren: selten, meist mit einer zusätzlichen Hautfalte am Unterlid

Warum das Entropium dringlicher ist als es aussieht

Bei jedem Lidschlag, rund 15’000-mal pro Tag, streifen die Wimpern über die Hornhaut. Diese ist die empfindlichste und am dichtesten mit Nerven versorgte Struktur des Körpers. Aus der anfangs oberflächlichen Reibung entstehen Erosionen, dann Geschwüre und schliesslich Narben. Eine vernarbte Hornhaut trübt dauerhaft ein und beeinträchtigt das Sehen bleibend; im schlimmsten Fall droht eine Infektion des Augeninnern. Anders als das Ektropium, das vor allem lästig ist, gefährdet das Entropium das Sehvermögen direkt. Deshalb sollte es zügig behandelt werden.

Diagnose in unserer Praxis

Die Fehlstellung ist an der Spaltlampe direkt sichtbar. Entscheidend ist die Beurteilung der Hornhaut mit einer Färbung. Sie zeigt, wie stark die Reibung bereits geschadet hat, und bestimmt die Dringlichkeit. Wir prüfen ausserdem die Lidspannung, um die Form einzuordnen, und untersuchen die Lidinnenseite auf narbige Veränderungen. Bei der krampfbedingten Form kann das Lid zeitweise normal stehen; dann hilft es, wenn Sie beobachten, wann die Beschwerden auftreten.

Behandlung

Zur Überbrückung schützen befeuchtende Gele und Salben die Hornhaut; ein Pflasterzügel kann das Lid vorübergehend auswärts halten, und in ausgewählten Fällen entspannt eine gezielte Botulinumtoxin-Injektion den überaktiven Muskel. Diese Massnahmen verschaffen Zeit, lösen das Problem aber nicht. Die dauerhafte Behandlung ist die Operation: Die erschlafften Strukturen werden gestrafft und der Muskelzug korrigiert, sodass die Lidkante wieder korrekt anliegt. Der Eingriff erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Die Beschwerden verschwinden danach meist rasch und vollständig. Wichtig: Das Auszupfen der Wimpern hilft nicht. Sie wachsen kurz und borstig nach und reiben dann noch stärker.

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Häufig gestellte Fragen

Symptome

  • Kratzgefühl

    Als wäre ständig Sand im Auge

  • Rötung und Tränenfluss

    Anhaltend

  • Lichtempfindlichkeit

    Ausgeprägt

  • Schmerzen und Lidkrampf

    Der Krampf verstärkt die Fehlstellung zusätzlich

  • Verschwommenes Sehen

    Wenn die Hornhaut betroffen ist

  • Schleimiges Sekret

    Mit wiederkehrenden Entzündungen

Wann Sie zum Augenarzt sollten

Zeitnah bei anhaltendem Fremdkörpergefühl, gereiztem Auge oder sichtbar eingerollter Lidkante. Umgehend bei Schmerzen, starker Lichtscheu, Sehverschlechterung oder eitrigem Sekret. Dann ist die Hornhaut bereits betroffen und braucht sofortige Behandlung.

Bitte beachten Sie, dass Symptome und Sehstörungen ausschliesslich im Rahmen einer persönlichen Konsultation in der Praxis richtig beurteilt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Das Entropium ist eine funktionelle Fehlstellung mit Gefährdung der Hornhaut und damit bei entsprechender Indikation eine Leistung der Grundversicherung, abzüglich Franchise und Selbstbehalt.

Bitte nicht. Nachwachsende Wimpern sind kurz und steif und reiben stärker als zuvor. Behandelt werden muss die Lidstellung, nicht die Wimper.

Schwellung und Bluterguss klingen über ein bis zwei Wochen ab, die Fäden werden nach etwa einer Woche entfernt. Die Reizbeschwerden bessern sich meist schon in den ersten Tagen.

Die Korrektur hält in der Regel dauerhaft. Bei fortschreitender Gewebeerschlaffung oder narbigen Ursachen ist nach Jahren ein erneuter Eingriff möglich.

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